Zerstörte Technik

aufgenommen am 06.07.2009

F.G. Ludwig

Hört, hört.... Der wahre Grund für die Schließung von Tempelhof!

Am 24.01.2010 erscheint in der Berliner Morgenpost ein Beitrag von  Tim Renner, Musikproduzent und Medienunternehmer, aus dem endlich erkennbar wird, weshalb der Flughafen Tempelhof geschlossen werden musste:

Unser Regierender Bürgermeister hat mit der Umwidmung des Flughafens zum Ausstellungsgelände die Stadt Barcelona ausgetrickst, um die Modemesse Bread&Butter nach Berlin zu holen.

Nun ist doch alles klar! Es waren gar nicht die Millionenverluste des Flughafens, auch nicht die Gefährlichkeit des Flugbetriebs, nicht die Lärmbelästigungen und die Umweltbelastungen - nein, es war einzig der Wunsch des Herrn Wowereit, Herrn Karl-Heinz Müller mit seiner Modemesse nach Berlin zurück zu holen.

Falls Sie den Artikel nicht mehr kostenfrei lesen können, hier die entscheidende Passage. Herr Tim Renner, mit einem Flugzeug aus den Niederlanden kommend, kann nicht in Tegel landen. Die Maschine wird nach Schönefeld umgeleitet. Seine Sitznachbarin Karen, Niederländerin und zum ersten Mal in Berlin, denkt noch, die Maschine würde in Tempelhof landen.  Soweit die Situation zum Verständnis des nun folgenden Zitats:

"Erst klärte sie die Ansage des Kapitäns, der uns in Berlin-Schönefeld willkommen hieß, über den Irrtum, dann ich über die Hintergründe der Schließung des Flughafens auf. Karen musste herzlich lachen und fand es großartig, dass er zum Ausstellungsgelände geworden war. Der Hintergrund, dass mit dieser Umwidmung der Bürgermeister des armen Berlin Barcelona als Veranstaltungsort der Bread&Butter ausgetrickst hatte, nötigte ihr zudem Respekt ab."

Nun ist die Katze aus dem Sack. Endlich wissen wir - Herrn Renner sei Dank gesagt - warum  Tempelhof geschlossen werden musste!

 

Noch ein Grund für den Zaun am Flughafen Tempelhof

Nach der misslungenen Besetzung des Flughafens Tempelhof durch die „Squat“-Aktivisten ist die Frage nach der Öffnung des Flugfeldes verschärft gestellt worden. Dazu ließ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wissen, dass Berlin erst rechtlich Eigentümer des gesamten Geländes werden müsse!

Erinnern wir uns: Im Hauptstadtvertrag vom November 2007 haben sich Bund und Senat Berlin in einer Sondervereinbarung darauf geeinigt, dass der Kauf der Bundesanteile am Flughafen Tempelhof bis zur Schließung zum 31.10.2008 geregelt sein sollte.

Doch das erforderliche Gutachten wurde nicht rechtzeitig durch den Berliner Senat in Auftrag gegeben. Die Sache verzögerte sich. Immerhin trägt der Bund ja die Unterhaltskosten für seine Anteile und die sind nun einmal mit rd. 52 % am Flughafengebäude und 83 % am Flugfeld nicht zu verachten. Da  kann man auf Seiten des Senats die Angelegenheit schon ein wenig langsam angehen. Gehört der Flughafen ganz Berlin, muss das Land auch die ganzen Kosten tragen.

Wie der Tagesspiegel am 22.06.2009 berichtet, ist nunmehr der Herbst 2009 als Übergabedatum vorgesehen. Dann werden der Kaufpreis  in Höhe von 35 Mio. EUR sowie die kompletten Unterhaltskosten für das Objekt „Flughafen Tempelhof“ fällig!

In der Zwischenzeit müsste das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Nichtzulassungsbeschwerde des letzten Klägers abweisen. Dann erst könnte der Flughafen entwidmet werden und ginge vollständig  und ohne Beschränkung in das Eigentum des Landes Berlin über.

Waren diese Fakten aber nicht längst bekannt?

8.Oktober 1923 - 30.Oktober 2008

Eine Ära geht zu Ende
Am Tage der Schließung des Flughafens Tempelhof zeigte sich das Wetter angemessen: es regnete in Strömen.
Wir danken sehr herzlich Herrn Michael Bindseil für die Genehmigung, das Video
"Der letzte Tag" hier verlinken zu können.

Sehen Sie die derzeit letzten Flüge auf dem Flughafen Tempelhof!

 

Der letzte Tag

Wieder 700 000 EUR für eine neues Konzept

Im Juni 2009, acht Monate nach der Schließung des Flughafens Tempelhof und nach acht Konzepten zur Nachnutzung  - einschl. Verkaufsangebot des Objekts auf der MIPIM 2008 in Cannes, einer Bürger-Online-Befragung, dem „Call for Ideas“ mit Preisgeldern – nun endlich die Entscheidung: Die Adlershof Projekt GmbH (Tochter der landeseigenen WISTA) soll ein Nachnutzungskonzept für Tempelhof entwickeln. Dafür hat die Firma ein halbes Jahr Zeit und erhält 700 000 EURO aus der Landeskasse!

Frau Junge-Reyer hat ja die Bewerbung Berlins für die Internationale Gartenbauausstellung im Jahr 2017 ausgelöst. .Die Entscheidung darüber soll im Oktober 2009 fallen.  Das bedeutet, die Entwickler erfahren erst nach vier Monaten der gewährten Planungszeit, ob sie die IGA berücksichtigen müssen oder nicht. Das könnte gut eine Vertragsverlängerung und eine Steigerung der Planungskosten bedeuten.

Und der Zaun bleibt „vorläufig“ weiter bestehen!

Flughafen Tempelhof als Rotlichtbezirk?

Diese Nachricht muss man erst verdauen:

Das "Columbia-Quartier" soll zum "Columbia-Strip"  mit Straßenstrich, Bars und einem Sex-Museum werden ("Welt" vom 20.01.09). Dieser Vorschlag wird von Seiten des Senats ernsthaft geprüft. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher wird in der  "BILD" vom 20.01.2009 mit den Worten zitiert: " Diese Arbeit ist besonders interessant, weil sie ein ganz anderes Nutzungskonzept vorschlägt."

Aus den 61 Projektvorschlägen, die im Rahmen des Wettbewerbs "Call for Ideas" eingegangen sind, wurden 12 Projekte ausgewählt. Darunter auch das Projekt mit der Nummer 1281, deren Planer anonym bleiben möchten! Die ausgewählten Projekte können nur vom 20.01.- 22.01.2009 in der Zeit von 10-18 Uhr in der Haupthalle des Flughafens begutachtet  werden.

Alles war nur ein Irrtum! Herr Wowereit hat gar nichts davon gewusst! Mehr dazu hier...

Jetzt wird Tempelhof zum Millionengrab

Trotz aller Fakten wollte es bislang keiner glauben. Nun wird es amtlich: Die Kosten für den geschlossenen Flughafen Tempelhof können bis zu 14 Millionen EUR pro Jahr betragen - so der Geschäftsführer der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Diese Nachricht war am 04.01.2009 in der Berliner Abendschau zu hören. Mehr dazu >

Wie war das mit den Aktivitäten zur Nazizeit?

Herr Dr. Schwarz erinnert in seiner Rede an die Nazizeit. Wir können die Geschichte nicht mehr ändern. Aber wer spricht von den Aktivitäten der Henschel Flugzeug Werke AG in Schönefeld! Schönefeld ist eigens für die Kriegsmaschinerie gebaut worden!
14 000 Kampfflugzeuge waren das Ergebnis. Mehr dazu >>

Der 30.10.2008 ist das endgültige Ende von THF?

In der rbb-Sendung „zibb“ vom 30.10.2008 wird der Tempelhof-Beitrag vom Moderator Uwe Madel mit folgenden Worten angekündigt:
„Nach 85 Jahren Flugverkehr wird heute Nacht gegen 21.50 die letzte  Linienmaschine abheben und damit das Flughafenkapitel Tempelhof endgültig beenden.“
Auch in den darauffolgenden Sendungen „Goodbye Tempelhof“ sowie in der Abendschau vom 31.10.2008 betonen die Moderatoren stets die Endgültigkeit dieses Abends.
Hier drängt sich die Frage auf: Woher kennt man beim rbb schon Ende Oktober den Ausgang der Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Dezember 2008?

 

Quarantänestation am Flughafen Tegel abgebrannt – beim Sender rbb nur Lagerhalle

 

Eine interessante Beobachtung konnte man auch nach dem Großbrand auf dem Flughafen  Tegel machen. In den Morgenstunden des 20. Novembers 2008 brennt die Quarantänestation vollständig ab, die 2006  für „mehrere hunderttausend Euro“ (so die Flughafengesellschaft) ausgebaut worden ist,  damit Tegel den Status eines Sanitätsflughafens erreicht. Grund war die Fußballweltmeisterschaft der Männer.
Im Sender radioBerlin 88,8 hört man einen Tag später im Berlin - Report um 6.30. Uhr und 7.30 Uhr die Meldung, dass in Tegel eine „Lagerhalle“ abgebrannt ist.
Diese Meldung ist dann später ergänzt worden. Auf der Website des rbb wird jetzt immerhin erwähnt: das Feuer ist in  „leerstehenden ehemaligen Quarantänestation“ ausgebrochen.
Berlin hat also keine  Quarantänestation mehr. Demnächst haben wir aber wieder eine Fußballweltmeisterschaft: die der Frauen im Jahr 2011. Aber für den Großflughafen BBI ist eine Quarantänestation nicht geplant – und Tegel wird ja sowieso geschlossen!

Tegel kein Sanitätsflughafen mehr

Über den Großbrand am Flughafen Tegel und den damit verbundenen Verlust der Quarantänestation  hat die Berliner Presse zwar berichtet. Die Bedeutung dieses Verlustes wurde aber kaum gewürdigt. Berlin hat jetzt keinen Sanitätsflughafen mehr. Werden an Bord eines Flugzeugs infizierte Fluggäste oder quarantänepflichtige Tiere entdeckt, kann dieses Maschine nicht mehr in Berlin landen, sondern muss nach Leipzig, Hannover oder Frankfurt/Main umgeleitet werden. Der Sinn dieser  Quarantäne- oder auch Seuchensonderstation war es, die Berliner Bevölkerung vor dem Einschleppen von Krankheitserregern jeglicher Art zu bewahren. Als sie 2006 anlässlich der  Fußballweltmeisterschaft eingerichtet worden war, hat der Abgeordnete Bernd Schimmler  (SPD) den Sinn dieser Maßnahme in einer Kleinen Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus angezweifelt. Damals - am 19.12.2005 - verwies die zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit auf die "Internationalen Gesundheitsvorschriften" der WHO (World Health Organisation), die in einem umfangreichen Regelwerk die Details für einen Sanitätsflughafen vorschreibt. Abschließend begründete die Senatsverwaltung diese Investitionen für den "Absonderungsbereich" damit, dass  Flugzeuge mit erkrankten Personen abgewiesen  werden müssten. Und wörtlich: "Da dies negative Auswirkungen auf das Image und auf die Wirtschaft der Stadt Berlin haben dürfte, wurde diese Alternative bisher nicht in Betracht gezogen."

Was ist jetzt mit dem Image unserer Stadt? Und was sagt die Berliner Wirtschaft dazu?

Alt-Munition auf TXL

Wowereit: Keine Sorge!
Bereits im August 2008 haben "WELT MOBIL" und "Berliner Morgenpost" über das Fehlen  einer amtlichen Bescheinigung über die Freiheit von Kampfmitteln auf dem zivilen Teil des Flughafens Tegel berichtet. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Markus Löning (FDP) hatte eine entsprechende schriftliche Anfrage im Deutschen Bundestag gestellt. Beantwortet wurde sie vom Parlamentarischen Staatssekretär Karl Diller. Er stellt fest: "Für die rund 300 Hektar im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bundesanstalt) stehenden und der Berliner Flughafengesellschaft mbH zur Nutzung überlassenen Flächen des Flugplatzgeländes Berlin-Tegel (insgesamt etwa 464 Hektar) liegen der Bundesanstalt keine amtlichen Kampfmittelbescheinigungen vor, die die Freiheit der Flächen von Munition nachweisen."
Der Antwort ist weiter zu entnehmen, dass bereits im Jahr 2004 nach Munitionsfunden Testfelduntersuchungen durchgeführt worden sind, die das "Vorhandensein von Kampfmitteln auf einzelnen bisher nicht beräumten Flächen" bestätigen. Daraufhin hat das Land Berlin im Jahr 2005 eine Anordnung erlassen, nach der Erdarbeiten anzuzeigen sind, um "geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr" einzuleiten.
Auf Nachfrage Lönings beim Regierenden Bürgermeister, teilte dieser lt. Berliner Morgenpost vom 24.11.2008 mit, das Land Berlin "habe bereits in der Vergangenheit alles unternommen, um Gefahren im Bereich des Flughafens weitestmöglich auszuschließen, und werde dies auch in Zukunft tun"  Dazu wird angeführt, dass der Flughafen im Auftrag des Bezirks Reinickendorf von 1989 bis  1991 nach Kampfmitteln untersucht worden sei.
Nun sind aber die Testfelduntersuchungen im Jahre 2004 durchgeführt worden, die das Vorhandensein von Kampfmitteln bestätigen!
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung versichert, dass Gefahr nur bei Tiefbauarbeiten bestünde. Daher wird auch eine Kampfmittelsuche für den neuen 90 Meter langen Terminalanbau durchgeführt.
Eine Gefährdung durch den Flugverkehr in Tegel durch Erschütterungen wird seitens der Flughafengesellschaft nicht gesehen.

Schmiergelder oder Ablösesummen?

Zahlungen der Flughafengesellschaft an Airlines legal oder fragwürdig?

In der Juniausgabe 2010 des Luftfahrtmagazins "roger" wird berichtet, dass mittlerweile - anderthalb Jahre nach der Schließung des Flughafens Tempelhof -  bekannt wird, wie die Berliner Flughafengesellschaft (damals BFG) Airlines und andere Mieter im Flughafengebäude mit der Zahlung von hohen Beträgen zum schnellen und vorzeitigen Verlassen von THF "motiviert" hat.

Die fünf- bis sechsstelligen Zahlungen sollen über Sonderkonten oder über Betriebskonten der Flughäfen Tegel oder Schönefeld abgerechnet worden sein. Der vollständige Artikel ist hier nachzulesen.

Dieses Verfahren passt in das gesamte Verhalten der Flughafengesellschaft sowie des Berliner Senats in der Angelegenheit "Schließung von Tempelhof".

Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist die nach der Legalität. Waren es Schmiergelder oder sogenannte "Ablösesummen", die im Immobilienhandel nicht unüblich sind. Wenn aber dieser Sachverhalt erst jetzt bekannt wird, weil einige ehemals Beteiligte nun doch "plaudern", scheint es mit der Legalität der Vorgehensweise nicht weit her zu sein.

Es bleibt abzuwarten, was zukünftig noch an Fragwürdigkeiten in Sachen Schließung  THF bekannt werden.

Tempelhof: Eröffnungsfeier am 8. Mai 2010

Die Aktivisten formieren sich bereits

Wie aus einem Aufruf der GrünBerlin GmbH hervorgeht, wird am 08. Mai 2010 das Tempelhofer Feld unter dem Motto „Bewegungsfreiheit“ für alle Berliner Bürger/-innen geöffnet. Zur Gestaltung der Eröffnungsfeier werden „Akteure“ gesucht, die „das Motto ‚Bewegung’ kreativ umsetzen“. Es haben sich bereits Akteure gefunden. Ob die aber gesucht wurden, bleibt dahingestellt: „Reclaim Tempelhof“ nennt sich die Gruppe. Hier ihr Programm in Auszügen:

„Den "Volkslauf" morgens 10 Uhr zu blockieren bzw. zu verhindern, sollte sich jede Person schon mal in den Terminplaner eintragen. Auch RECLAIM TEMPELHOF wird an diesem Tag aktiv werden. Angekündigt ist es, denn Zaun weiterhin von allen Seiten und zu jeder Zeit anzugreifen. Da aber "Zaunattacken" ( http://tfa.blogsport.de/category/kiez-entwicklung/) nur ein Weg des Protests sind, überspringte RECLAIM TEMPELHOF das Anmeldeverfahren der Grün Berlin GmbH und kündigt an, ebenfalls als Akteur_innen am 8. Mai aufzutreten. Zahlreiche Ideen werden spontan umgesetzt, angefangen von Guerrilla-Gardening bis Häuserbau. Des Weiteren wird es eine Sondervollversammlung auf dem Tempelhofer Feld (Ort wird noch bekannt gegeben) geben, um sich gemeinsam auf die "Schließzeit" vorzubereiten. Geplant ist viele Menschen dazu zu bewegen, die Nacht auf Tempelhof zu verbringen. Mit Schlafsäcken, Zelten, Bauwägen und Häusern wird sich auf dem Tempelhofer Feld niedergelassen, um sich auf eine lange Nacht vorzubereiten. Niemensch wird um 22 Uhr das erstmal geöffnete Feld wieder freiwillig verlassen.“

Auf verschiedenen Websites wird für diese Aktivitäten geworben. Man kann davon ausgehen, dass es wieder recht turbulent zugehen wird.

Übrigens, die GrünBerlin GmbH ist ein landeseigenes Unternehmen. Die Aufsichtsratsvorsitzende ist Maria Krautzberger, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Auch Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Neukölln, sitzt mit im Aufsichtsrat.

Ach ja, der Zaun wird bleiben! Wachschutz auch und ein Park-Guide kommt noch dazu!

Tempelhof für alle

Unter diesem Titel meldete die Berliner Abendschau am 27.08.2009, dass "Tempelhof für alle zugänglich wird. Der Zaun wird aufgemacht, um den so lange gestritten wurde." Die Sprecherin der Senatverwaltung für Stadtentwicklung, Manuela Damianakis, antwortet auf die Frage, weshalb nun plötzlich alles so einfach ginge, freudestrahlend: "Weil wir am 1. September Eigentümer dieses gesamten Areals des ehemaligen Flughafens Tempelhof sind!"

Was bedeutet das ?

1. Der Kaufvertrag ist vollzogen worden. Das Land Berlin hat die Bundesanteile am Flughafen Tempelhof der Bundesregierung für 35 Mio. EUR abgekauft.

2. Die Entwidmung des Flughafens Tempelhof ist am 18.08.2009 rechtskräftig geworden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte an diesem Tag die Beschwerde eines Einzelklägers abgewiesen, die dieser gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin am 17.12.2008  eingelegt hatte.

Die Folgen: Das Land Berlin ist nicht nur alleiniger Eigentümer des Areals, es muss auch ab sofort für die Betriebskosten aufkommen.  Selbst wenn der Bund noch für die nächsten 10 Jahre sich an der Beseitigung der vielfach vermuteten Altlasten auf dem Gelände mit 90% beteiligen wird, kommen auf den Berliner Steuerzahler Kosten in nicht berechenbarer Höhe zu.

Und Tempelhof für alle? Am 31.08.2009 will die Stadtentwicklungssenatorin in einer Pressekonferenz das neue Öffnungskonzept vorstellen. Klar ist aber heute schon: Das Gelände wird eingezäunt bleiben. Es soll nur tagsüber geöffnet werden und die für den Naturschutz relevanten Bereiche sowie das Gelände des Wetterdienstes bleiben abgesperrt - so die Berliner Morgenpost vom 29.08.2009.

Die unvollständige und irreführende Informationspolitik des Berliner Senats wird fortgesetzt.

 

Die Versprechen des Senats vor dem 27.04.2008 und die Realität: Der Zaun ist immer noch da!

In der „Amtlichen Information zum Volksentscheid“ am 27.April 2008 – die Broschüre hat jeder Berliner Haushalt erhalten - verspricht der Senat auf der Seite 14:

„Mit der Beendigung des Flugbetriebs in Tempelhof im kommenden Herbst wird das Tempelhofer Feld schrittweise wieder für die Stadt und die alltägliche Nutzung geöffnet.“

Über acht Monate sind vergangen, doch nicht einmal der „erste Schritt“ ist getan! „Der Zaun bleibt vorerst stehen“ titelt der Tagesspiegel am 01.07.2009. Die Forderungen von Teilen der Berliner Bevölkerung, die den Versprechungen des Senats geglaubt haben, begegnet Senatsprecher Richard Meng mit der Bemerkung, das ist „aus Sicht des Senats eine alberne Diskussion“. Na, bitte, Berliner und Berlinerinnen, nun wissen Sie es genau!

Auf der Seite 13 der o.g. Broschüre verspricht der Senat „Einen Landschaftspark und neues Familienwohnen  mitten in der Stadt“. Dann wollte Herr Wowereit aber eine Landesbibliothek dort bauen lassen. Das war dann selbst den eigenen Parteigenossen zu viel. Und der neue Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) sagt auch nein – es fehlt das Geld.

Noch eine Aussage aus der Broschüre, ebenfalls S. 13:

„Bereits seit Mitte der 90 Jahre wird die Nachnutzung des Flughafens Tempelhof vorbereitet“ Richtig: vgl. hierzu  Nachnutzung.

Doch nun kommt man endlich zur Sache: Für 700 000 EUR ist die Adlershof Projekt GmbH mit der Entwicklungsplanung beauftragt . Planungszeit: ca. 6 Monate! Vgl.  hierzu den Beitrag „Wieder 700 000 EUR für eine neues Konzept“ weiter unten auf dieser Seite.

Der Zaun wird offensichtlich noch eine Weile stehen bleiben.

 

 

Zerstörte Technik

aufgenommen am 06.07.2009

F.G. Ludwig

 

35 Millionen EUR Kaufpreis – nun wird das gute Stück besetzt

Ende 2007 sagte Wowereit, der Wert für Tempelhof liege bei null!?

Es hat wohl nichts genutzt. Das lange Taktieren und Verhandeln, die vielen öffentlichen Versicherungen von Herrn Ex-Senator Sarrazin und Herrn Wowereit: die Bundesanteile am Flughafen Tempelhof werden für 35 Mio. EUR gekauft. Mit erheblicher Verspätung haben das Land Berlin und der Bund einen Kaufvertrag ausgehandelt, der allerdings vom Abgeordnetenhaus Berlin und dem Haushaltsausschuss des Bundestages noch abgesegnet werden muss.

Berlin kann zwar als Eigentümer über das Objekt verfügen, muss dann aber die laufenden Unterhaltskosten allein tragen. Die dadurch entstehende finanzielle Belastung wird auf 450 Mio. EUR geschätzt. (Tagespiegel vom 10.06.2009)

Nun mag zwar die Eigentumsfrage in absehbarer Zeit endgültig geregelt sein, die Frage der fehlenden Nachnutzungskonzepte und die der Schließung vorangegangenen Versprechungen (siehe Nachnutzung) gegenüber der Berliner Bevölkerung haben nun dazu geführt, dass linksautonome Gruppen am 20.06.2009 eine Initiative zur Besetzung des Flugfeldes planen.

Die Initiative „Squat-Tempelhof“ will mit einer sog. „friedlichen Zaunübersteigung“ eine öffentliche Nutzung des Geländes einfordern. Unterstützung erfahren die Gruppen durch die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Franziska Eichstädt-Bohlig und die “Jusos“.

Das Dilemma: Der Flughafen ist noch nicht entwidmet und stellt somit ein Gefahrenbereich dar. Die Polizei ist dazu verpflichtet, die Zaunübersteigung zu verhindern und hat entsprechend vor der Besetzung gewarnt. (Berliner Morgenpost v. 16.06.2009)

In der Berliner Abendschau vom 16.06.2009  kritisierte Herr Wowereit das Statement von Frau Eichstädt-Bohlig sehr scharf und warf ihr Aufruf zu Straftaten vor.  Die Ankündigung der Jusos, sich an der Besetzung beteiligen zu wollen, bezeichnet SPD-Landesvorsitzender Müller als „völlig daneben“. Man darf gespannt sein!

Die neueste Kostensteigerung für den Steuerzahler

BSR will das Flughafengelände nicht mehr als "Sondergelände" anerkennen

Wie den Berliner Tageszeitungen vom 09.01.2009 zu entnehmen ist, gibt es einen neuen Faktor der Kostensteigerung für den geschlossenen Flughafen Tempelhof: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) verlangt nach der Entwidmung des Flughafengeländes statt 178 000 EUR nun 1,05 Mio. EUR. Das wären 872 000 EUR pro Jahr  mehr. Fast eine Million EUR!

Allerdings: Der Flughafen Tempelhof ist zwar geschlossen, er ist aber immer noch nicht entwidmet, da die Beschwerde des Einzelklägers gegen die Schließung Tempelhofs noch beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig liegt!

Herr Lemiss, der Geschäftsführer der BIM (Berliner Immobilienmanagement) sagt dazu, es wäre das gute Recht der BSR diesen Betrag zu fordern. Er meint jedoch, das Flughafengelände sei immer noch ein "Sondergelände". Nun muss wieder eine Behörde über diesen Streit entscheiden. Wie dieser Streit auch ausgehen mag, vermutlich in Form eines Kompromisses, es werden weitere Steuergelder fällig!

Erinnern wir uns:

Solange der Flughafen Tempelhof  in Betrieb war, wurde er von der Berliner Flughafengesellschaft verwaltet. Die immer wieder genannten 10 Mio. EUR Verlust pro Jahr entstammten nicht dem Flugbetrieb, sondern dem Leerstand der Gebäude. Interessenten wurden keine längerfristigen Mietverträge gewährt, denn man wollte ja so schnell wie möglich aus der Verantwortung. Aber: die Verluste hat zu keiner Zeit der Steuerzahler getragen.

Nach der Schließung liegen die Unterhaltskosten nach Aussagen von Herrn Lemiss bei ca. 14 Mio. EUR. Davon trägt der Bund  noch den größten Anteil - bis zum Kauf der Bundesanteile am Flughafen Tempelhof. Der Kaufpreis liegt bei 40 Mio. EUR (siehe nachfolgenden Artikel).

Danach fallen die Unterhaltskosten vollständig an das Land Berlin, d.h. die Kosten werden in voller Höhe aus Steuermitteln beglichen.

40 Millionen Euro für die Bundesanteile am Flughafen Tempelhof

Unser Finanzsenator hat gegen unsere Senatorin für Stadtentwicklung verloren. Sie hatte Tempelhof auf der Internationalen Immobilienmesse angepriesen, er meinte es sei kein Filetstück, und wenn doch, "dann schauen schon die Maden raus!" 40 Millionen - das klingt nicht nach Gammelfleisch. Und das Geld ist nicht vorhanden. Der Doppelhaushalt 2008/09 hat keine Beträge für Tempelhof vorrätig: weder für  den Ankauf der Bundesanteile, noch für die Unterhaltskosten. Nun, dann werden es eben die Großveranstaltungen wie das "Pyromusikale, das weltgrößte Festival der Musikfeuerwerke" und die vielen Mieter der Kerativwirtschaft  richten! Mehr hierzu können Sie in der "Berliner Morgenpost"  lesen!

Schauen Sie in diesem Zusammenhang auch auf die Schuldenuhr!

Ein Goodbye-Dinner zum Abschied

Wie war das mit der Sicherheit?

Das hatte sich die Flughafengesellschaft sicherlich anders vorgestellt. Statt feierlichem Gedenken mit Lachs in Orangen, Hirschkeulenbraten in Calvados-Rahmsauce und Pariser Schokoladen-Tarte gab es Buhrufe und Pfiffe für den Regierenden Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafengesellschaft FBS,  Klaus Wowereit. Von den 850 geladenen Gästen erschien nach dem Bericht der "Berliner Zeitung" vom 01.11.2008 weniger als die Hälfte. Die geladenen Mitglieder der IHK Berlin sind der Gala ferngeblieben..
Während man in der Haupthalle "feierte", protestierten Tempelhof-Befürworter lautstark im strömenden Regen auf dem Platz vor der Haupthalle. Trotz Nässe und Kälte hielten sie bis zum Schluss durch.

Klaus Wowereit’s Ende der Abschieds-Gala
"In der Halle jagen die Journalisten jedem Gerücht nach und warten auf Vorfälle. Doch es bleibt ruhig. Klaus Wowereit macht sich zur Flucht bereit. Ohne Aufsehen und mit schnellen Schritten flüchtet er. Anders als bei seinen üblichen Partys und Empfängen wird dies ein blamabler Abgang für den "Tempelhof-Mörder", wie er von vielen der Gäste bezeichnet wird. Auf dem Rollfeld ist die Situation kurz vor der Eskalation. Die Mitarbeiter sehen den Bürgermeister bei seiner Flucht über das Vorfeld und treten ihm mit schallendem Buhen und Pfiffen entgegen. Das Sicherheitspersonal ist in die Enge getrieben. Mit quietschenden Reifengeräuschen flieht er und kann sich zu Hause seines "Sieges" freuen."
Aus den Beobachtungen eines Insiders "roger", Ausgabe Dezember 2008

Mit einer Abschiedsrede wollte Klaus Wowereit die Schließung des Flughafens noch einmal verteidigen. Dabei sprach er auch von Sicherheitsaspekten. "Wir haben Glück gehabt, dass nichts passiert ist in den 85 Jahren." Reaktion der geladenen Gäste: Buhrufe. Nachzulesen im "Spiegel" vom 31.10.2008.
Wörtlich sagte Klaus Wowereit: "Es ist nicht nur aus Sicherheitsgründen, auch aus ökologischen Gründen aus meiner Sicht richt, dass dieser Flugbetrieb hier eingestellt wird." (Nachzuhören im Video der Sendung rbb Aktuell vom 30.10.2008: www.rbb-online.de )
Der Geschäftsführer der Berliner Flughäfen, Dr. Rainer Schwarz, gibt mit seiner Rede einen Abriss der Geschichte Tempelhofs. Betonung erfahren dabei die Aktivitäten in der Nazizeit.
Herr Wowereit begründet die Schließung von Tempelhof in der „Tagesschau“ vom 30.10.2008 wie folgt:
Es ist vernünftig, aus Sicherheitsgründen, aus ökologischen Gründen und wir schauen in die Zukunft, nicht nur nach hinten, sondern nach vorne. Der Großflughafen Berlin Brandenburg International wird gebaut als Single-Standort und deshalb müssen die innerstädtischen Flughäfen auch zugemacht werden.“
Bleibt  die Frage offen: Warum wird Tempelhof vorzeitig geschlossen?
Die Sicherheit in Tegel wird zunehmend gefährdet. Die größte Gefahr besteht auf dem Boden beim Abrollen der Maschinen, denn Tegel ist bereits überlastet.
Die ökologischen Auswirkungen der vorzeitigen Schließung Tempelhofs sehen so aus:
Die Maschinen der General Aviation landen in Tegel, lassen die Passagiere aussteigen und fliegen nach Schönefeld zum Parken, denn in Tegel gibt es nur zwei Stellplätze für die kleinen Maschinen der General Aviation. Wenn die Passagiere Berlin wieder verlassen wollen, starten die Maschinen in Schönefeld, fliegen Tegel an, nehmen ihre Passagiere wieder auf und starten zum Heimatziel. Das heißt, statt der zwei Flugbewegungen (Landung/Start) jetzt sechs Flugbewegungen (zusätzlicher Hin- und Rückflug Tegel - Schönefeld). Damit wird zusätzlich Kerosin über Berlin verbraucht. Da aber jede Flugbewegung kostenpflichtig ist, freut sich die Flughafengesellschaft, denn die Einnahmen steigen. Und Einnahmen braucht man für den Ausbau von BBI!
Wer sich schon einmal die Mühe gemacht hat, das Terminal der General Aviation in Schönefeld auf der Baustelle des BBI zu besichtigen, versteht, warum Geschäftsleute, die in Berlin für Arbeitsplätze sorgen, nicht in Schönefeld landen. Die Anfahrt nach Berlin ist nicht 10 Minuten länger als von Tempelhof, wie von verschiedenen Politikern behauptet wird. Bei ungünstiger Verkehrslage kann sie mehr als eine Stunde länger sein. Da wäre schnell ein Termin verpasst.
Aber diese Fakten spielen offensichtlich keine Rolle – zum Schaden des Wirtschaftsstandorts Berlin!

Herr Wowereit hat gesagt, wir haben Glück gehabt mit Tempelhof.
Nach dem Ende der Luftbrücke gab es einen einzigen Flugzeugunfall mit einem Privatflugzeug.
In den ersten acht Wochen des Jahres 2008 gab es in Berlin bereits elf Verkehrstote. In den Jahren 1992 bis 2006 wurden auf dem Flughafen Tempelhof 744.966 Starts und Landungen gezählt. In diesem Zeitraum  (14 Jahre) gab es einen Flugzeugunfall am 24.05.2001 mit einem privat genutzten Flugzeug. Die beiden Flugzeuginsassen überlebten den Absturz nicht. Anwohner kamen nicht zu Schaden. Die Untersuchung des Flugzeugunglücks ist von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vorgenommen worden. Der Untersuch-
ungsbericht kann unter www.bfu-web.de nachgelesen werden. Die Behörde hat keine Sicherheitsmaßnahmen gefordert, d.h. der Flughafen Tempelhof  entspricht den Sicherheitsbestimmungen.
In den Jahren 1993 bis 2007- ebenfalls 14 Jahre - sind auf den Berliner Straßen 1.434 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. (www.berlin.de/polizei)

Anders jedoch am Flughafen Schönefeld:
In der Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses vom 06.06.1996 äußert der PDS-Abgeordnete Dr. Kaczmarczyk zur Sicherheitsfrage: "Schönefeld hat eine Bilanz von über 250 Toten in 40 Jahren zu verzeichnen."
(Man kann vermuten, dass Herrn Wowereit diese Zahlen auch bekannt geworden sind.)
Hier die Daten im Detail:
14. August 1972 In einer Iljuschin 62 der Interflug mit 148 Urlaubern bricht kurz nach dem Start vom Flughafen Schönefeld Feuer aus. Beim Rückflug explodiert die Maschine über Königs Wusterhausen. 156 Menschen sterben, niemand überlebt.
12. Dezember 1986 Beim Absturz einer Tupolew 134A der sowjetischen Fluggesellschaft Aeroflot nahe dem Flughafen Schönefeld sterben 72 Menschen.
17. Juni 1989  Eine Iljuschin 62 der Interflug schießt beim Starten über die Landebahn hinasu und gerät in Brand. 21 Menschen sterben, 54 werden verletzt. (Berliner Morgenpost vom 16.12.2007)
Und wie ist es mit dem Nebel in Schönefeld? Piloten kennen sich bestens aus: Während Tegel und Tempelhof noch gute Sichtweiten haben, hängt der Nebel tief über dem Flughafen Schönefeld. Zuletzt gemeldet am 02.11.2008!

 

Und wie steht es mit der Sicherheit in Tegel?
Bereits Anfang August 2008 warnt die Pilotenvereinigung Cockpit  vor "Runway Incursions". Das sind Vorfälle, bei denen sich Flugzeuge oder Personen unberechtigt auf einer Start- oder Landebahn aufhalten. Der Sprecher der Pilotenvereinigung bezeichnet  diese Vorfälle als "Unfallthema Nummer Eins" (Tagesspiegel vom 06.08.2008). Im Juli diesen Jahres gab es einen kritischen Vorfall mit einem Airbus.
Um die Sicherheit zu erhöhen, verfolgen die Fluglotsen jetzt die Piloten bis zum Stillstand der Maschine. Früher hatten die Fluglotsen sich gleich  um die nächste zur Landung ansetzenden Maschine gekümmert, nachdem das gelandete Flugzeug die erforderlichen Hinweise zur Abstellposition bekommen hatten. Dass dieses Verfahren zu einer zusätzlichen Belastung der Fluglotsen führen muss, ist auch dem Laien einsichtig. Zusätzlich hat die Flugsicherung die Piloten angewiesen, "nach der Landung in Tegel besonders aufzupassen". (Tagesspiegel vom 07.08.2008)  Außerdem werden "Stopbars", das sind in den Boden integrierte rote Lichterketten , eingebaut. Diese Stopbars dürfen nicht überfahren werden, wenn sie aufleuchten.
Von einer kritischen Situation will der Senat aber nichts wissen. Eine Arbeitsbelastung der Fluglotsen ist dem Senat nicht bekannt.

 

Was geschieht mit "Christoph Berlin" - dem Intensiv-Transport-Hubschrauber?

Seit 1995 war auf dem Flughafen Tempelhof der Intensiv - Transport - Hubschrauber  "Christoph Berlin" (bis 2005 hieß er ITH Berlin) stationiert. Dieser Rettungshubschrauber ist  eine fliegende Intensivstation für Notfall- und intensivpflichtigen Patieten. Er wurde in Kooperation mit der Berliner Feuerwehr, dem Arbeiter - Samariter - Bund , dem Klinikum Benjamin Franklin betrieben. Am 28.07.2008 meldet die "Berliner Morgenpost", dass auf dem Dach des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) in Marzahn ein neuer Hubschrauber - Landeplatz errichtet werden soll. Ein Hangar für diese Maschine soll allerdings erst im April 2009 fertiggestellt werden.  Die mit der Bauausführung beauftragte Firma hat die Kosten mit "etwa fünf Millionen EUR" veranschlagt.
Der Plan, den Intensiv -Transport -Hubschrauber nach Marzahn zu verlegen, hat unter den Anwohnern des Unfall-Krankenhauses nicht gerade  Begeisterung ausgelöst. Schließlich rechnet man mit der doppelten Anzahl der Flüge als bislang  - und das waren ca. 900 Flugbewegungen im Jahr. Hinzu kommt die Störung der Nachtruhe.  Als Folge der Anwohnerproteste müssen Auflagen der Luftfahrtbehörde eingehalten werden und Schallschutzfenster sowie Belüftungsanlagen in Patientenzimmer der benachbarten Vivantes-Klinik und an einem Wohngebäude  eingebaut werden. Außerdem werden in den nächsten zwei Jahren die Flugbewegungen kontrolliert. Sollten es mehr als 3000 pro Jahr sein, muss ein neues Lärmgutachten erstellt werden. In Anbetracht der Vereinbarung zur Luftrettung zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg  aus dem Jahr 2004  ist Berlin verpflichtet, im näheren Umkreis Rettungsflüge auszuführen, kann man davon ausgehen, dass die Flugbewegungen am UKB durch die Stationierung von "Christoph Berlin" deutlich erhöhen werden. Der nächste Intensiv - Transport - Hubschrauber ist in Senftenberg in der Niederlausitz stationiert, Wie sicher ist daher der Standort UKB?
Seit dem 28.10.2008 ist der Intensiv - Transport - Hubschrauber  auf der Dachkonstruktion am UKB stationiert. Im Forum  (Notfallrettungsdienst - ITH) der Berliner Feuerwehr sind besorgte Anfragen von Beteiligten zu lesen. Die Sorge scheint auch dem Laien berechtigt: Kann man ein medizintechnisch so hochwertig ausgestattetes  Fluggerät im Winter auf einem Dach stehen lassen? Die Rettungsmannschaft muss also bei  jedem Winterwetter die Maschine im Freien besteigen. In Tempelhof stand sie geschützt im Hangar. Was geschieht, wenn die Maschine vereist ist?

Nachtrag vom 15.07.2009:
Die Berliner Abendschau meldet am 14.07.2009, dass der Hangar für den Intensiv-Rettungs-Hubschrauber "Christoph Berlin" eingeweiht worden ist. Kosten: 8 Mio. EUR! Nachzulesen auch in der Berliner Morgenpost vom 15.07.2009.
Mit dreimonatiger Verspätung und einer mehr als 60 %-igen Kostensteigerung ist der Hangar fertiggestellt worden.
Übrigens: Der Thread im Forum der Berliner Feuerwehr ist abgebrochen worden.


"Das Nachsehen hat der Steuerzahler"

 

Reaktionen der Berliner auf die Flughafenpolitik des Senats
In der November-Ausgabe der "Berliner Wirtschaft" , dem Magazin der IHK - Berlin weist der Chefredakteur Holger Luhnau im Editorial auf die fragwürdige Vorgehensweise des Berliner Senats bei der Schließung des Flughafens Tempelhof hin. Er verweist auf die jährlichen Unterhaltskosten von 11,9 Millionen EUR, so die Berechnung des Bundesfinanzministeriums.  Dabei muss das Land Berlin aufgrund des Sondervertrags zur Hauptstadtfinanzierung  auch noch die Bundesanteile erwerben. Welche tatsächlichen Kosten auf den Steuerzahler zu kommen  werden, ahnt noch niemand. Großartige Pläne gehen um, auch die Nachnutzung als "Weinberg" für den "Tempelhofer Trollinger"  (vgl. Berliner Zeitung vom 13.11.2008) ist jetzt im Gespräch.  Denkt hier jemand an die Bodenverseuchung und die vergrabenen Altlasten?
Noch gibt es Berliner, die nicht resignieren und die kommende Schuldenlast auf sich nehmen wollen.
Ein Berliner Diplom-Kaufmann hat auf den Beitrag von Herrn Luhnau reagiert und macht das folgende Angebot: Lesen Sie hier>>
Sogar Menschen aus anderen Bundesländern, die sich mit dem komplexen Geschäftsbereich "Flughafen" auskennen, fragen sich, wie das Land Berlin diese Wirtschaftsfaktoren so einfach in ein anderes Bundesland verlagern konnte. Denn diese Menschen wissen: es sind nicht nur die Einnahmen aus dem Flugbetrieb, es sind die Non-Aviationfelder vom Schnellimbiss über den Souvenirladen  bis zur Luxusboutique. Diese haben wieder Zulieferer,  deren Einnahmen in keiner Weise in den Büchern der Flughafengesellschaft auftauchen. Arbeitsplätze schaffen auch die um BBI angesiedelten Gewerbe - auch diese Steuereinnahmen gehen nicht in die Bücher der FBS ein. Im Klartext: Ein Flughafen zieht viele Aktivitäten nach sich, deren Einkünfte aber im Land Brandenburg versteuert werden, nicht aber in Berlin. Der Anteil Berlins an den direkten Einnahmen aus dem Flugbetrieb beträgt lediglich 37 % der Gesamteinnahmen. Nun hat einer dieser Insider beim Regierenden Bürgermeister von Berlin mal nachgefragt, wo denn die Einnahmen wie Steuern, Gebühren, Mieten, Eintrittspreise, Merchandising-Erlöse etc. verbleiben. Und die Antwort war verblüffend einfach: Die Fragestellung wurde "als nicht zielführend" eingeordnet. Dann aber noch mit dem Hinweis ergänzt:

"Während ein großer Teil der Steuern, die im Zusammenhang mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg International stehen, im Land Brandenburg bleiben werden, ist jedoch in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass sowohl viele Beschäftigte des Flughafens BBI als auch Fluggäste in Berlin wohnen werden. Insbesondere werden auch die Ausgaben, die von Touristen getätigt werden, vor allem Berlin zufließen."

Zitat aus einem Schreiben der Senatskanzlei von Berlin vom 20.11.2008
Nun wissen wir Berliner aber, wie es um die Vergabe der Arbeitsplätze im ehemaligen Ostteil unserer Stadt und im Brandenburgischen  steht. Und wer tatsächlich einen Arbeitsplatz in Schönefeld gefunden hat, wird sich den Dauerstau - der tagtäglich über unseren Verkehrsfunk gemeldet wird - ersparen, in dem er in den Speckgürtel zieht.
Wenn mit den Steuern der Touristen spekuliert wird, dürfen aber die Bahn-, Bus- und Pkw-Reisenden nicht vernachlässigt werden. Und diese Gruppe stellt immer noch die größte Besucherzahl!

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